„Der lange Weg aufs Klo!“ (die Suche nach einem Behinderten – WC im Schwarzl Freizeitzentrum)
Mein Name ist Lucas Reisinger und ich habe mich bereits in der letzten Ausgabe der „ISI News“ vorgestellt und einen Artikel über die Barrierefreiheit der Kinos geschrieben. Da ich jetzt auch auf der Homepage von ISI-Initiative Soziale Integration Artikel schreiben werde, habe ich mich entschlossen als Erstes über zwei Livekonzerte im Schwarzl Freizeitzentrum zu berichten.
Dank meiner Arbeits- und Freizeitassistenten ist es mir möglich am gesellschaftlichen Leben beinahe uneingeschränkt teil zu nehmen. Ich bin 23 Jahre alt und betreibe meinem Alter entsprechende Aktivitäten. Eines meiner Hobbys ist Musik aller Art zu hören und Livekonzerte zu besuchen. Am Freitag, den 13.8.2010 besuchte ich mit einer Betreuungsperson eine Musikveranstaltung im Freizeitzentrum „Schwarzl“ in Unterpremstätten bei Graz. 27.000 Leute waren begeistert von der Performance des zur Zeit bekanntesten DJs: „David Guetta“. Was für mich jedoch schockierend, diskriminierend und demütigend war, möchte ich nun kurz schildern: Nicht zum ersten Mal, aber diesmal unter jeder Kritik, war der immer noch nicht rollstuhladäquate Zugang zum und im Gelände der Veranstaltungslocation. Darüber hinaus wurden wir (und damit meine ich ein gutes Dutzend Rollstuhlfahrer) sehr unfreundlich - um nicht zu sagen: „wie Fremdkörper“ behandelt. Wäre es nach dem Veranstalter gegangen, hätten wir ausnahmslos das Konzert – obwohl ich einer der Ersten auf dem Areal war – nur von der allerletzten Reihe verfolgen können. Mein Betreuer und ich machten uns, bevor das Konzert anfing, auf den Weg zu einem Behinderten-WC. Wir fragten einen Ordner, der uns sagte, dass es im abgezäunten Areal keines gibt, aber wir sollten es beim VIP Eingang probieren. Dann marschierten wir aus dem Gelände und fragten weiter, weil ich schon dringend einem körperlichen Bedürfnis nachgehen musste. Wir versuchten es schließlich beim VIP Eingang. Dort sagte ein Security Beamter, dass sich das Behinderten-WC gleich unten am Seeufer befindet. Dementsprechend gingen wir in Richtung Seeufer. Es dauerte bereits gute 25 Minuten. Am besagen WC angekommen stellten wir zu unserem Bedauern zwei Dinge fest:
1.)Da es den ganzen Tage geregnet hatte, fanden wir eine große Pfütze vor der Toilette vor, welche nicht durchquert werden konnte ohne dabei nasse Füße zu bekommen.
2.)Die Toilette war leider zugesperrt. Mein Euroschlüssel nutzte da auch nichts, da es auf besagter Toilette ein normales Schloss gab!
Enttäuscht marschierten wir zum VIP Eingang zurück um das WC aufschließen zu lassen. Doch niemand wusste genau, wer für den besagten Schlüssel zuständig gewesen wäre. Demzufolge durften wir mit einer weiteren Begleitung durch den VIP-Bereich, der sich in der Steiermark-Halle befand, um zu einem behindertengerechten WC zu gelangen. Nach ca. 40 Minuten war es mir endlich möglich meinem dringlichen Bedürfnis nachzugehen. Erst nach dieser Strapaze konnten wir uns dem eigentlichen Konzert widmen.
Beim Konzert von Elton John, welches auch in diesem Jahr stattfand, war wenigstens ein Behinderten WC in der Nähe der Rollstuhlplätze vorhanden. Die Plätze für uns waren, wie auch beim Konzert von David Guatta, sehr weit hinten und nicht erhöht. Dem zu Folge beschwerte ich mich, bei einer Sicherheitsbeamtin, die nach einer halben Stunde dafür gesorgt hat, dass der Rollstuhlfahrerbereich weiter nach vorne verlegt wurde.
Da mit dem Veranstalter eine diskrete und insbesondere ernst zu nehmende Kommunikation, trotz mehrerer Versuche nicht zu Stande kam, wende ich mich an euch (Rollstuhlfahrer/innen), und hoffe dass auch ihr euch bei der Leutgeb-Group beschwert um eine Verbesserung herbeizuführen!
Ziel ist es; dass wir auch von der „Leutgeb Entertainment Group GmbH“ endlich ernst(er) genommen werden!!!
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